REFUGIO München - Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer
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REFUGIO München - Einzelschicksale
 

Kriegsvergewaltigte Frau aus dem Kosovo in Psychotherapie

REFUGIO München - Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer
Skizze eines Einzelfalls

Fluchthintergrund

Während des Bürgerkrieges wurde die Frau von serbischen Milizen vor den Augen ihres Mannes und weiterer Angehöriger vergewaltigt und misshandelt. Anschließend floh die Familie. Während der Flucht wurden Eltern und Kinder getrennt. Erst in Deutschland kam die Familie wieder zusammen.

Ankunft in Deutschland

Die Familie lebte zunächst auf sehr beengtem Raum in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Frau X. wurde von einem Sozialdienst an REFUGIO München überwiesen, da ihre psychische Belastung und ihre schweren depressiven Phasen auffällig waren.

"Verletzung der Familienehre"

Frau X. ist durch die Vergewaltigung und den Bürgerkrieg schwer traumatisiert. Ebenso belastend wie das Ereignis selbst sind die innerfamiliären Konflikte, die nach der Vergewaltigung einsetzten. Die Herkunftsfamilie des Mannes fordert, die Frau zu verstoßen.
Die Vergewaltigung der Mutter wird vor den Kindern tabuisiert. Zwischen den Eheleuten führt sie zu einem fast täglichen Kampf bestehend aus Vorwürfen, Schweigen und körperlicher Gewalt. Bei einer Rückkehr in den Kosovo muss die Frau befürchten, Mann und Kinder zu verlieren, ebenso die ökonomische Grundlage.Des weiteren würde sie mit dem Schauplatz und den Tätern ihrer Vergewaltigung konfrontiert werden.

Symptome

Frau X. litt unter Schlafstörungen, hervorgerufen durch Albträume, in denen sich Szenen aus den Kriegsereignissen immer wiederholten. Bedingt durch die hohe Reizbarkeit von Frau X., kam es immer wieder zu Konflikten innerhalb der Familie. Angesichts der immer wieder drohenden Abschiebung litt sie unter massiven Angstzuständen, die sich vor allem auf körperlicher Ebene äußerten (Herzrasen, Ohnmacht, Atemnot). Durch die Ablehnung und Abwertung durch den Ehemannes hatte sie mit schweren Schamgefühlen zu kämpfen.

Hilfe von REFUGIO München

Durch die psychotherapeutische Behandlung bei REFUGIO München hat Frau X. einen Raum gefunden, sich mit ihrer eigenen Traumatisierung und den gegenwärtigen Belastungen auseinander zu setzen. Ihre unkontrollierten Panik- und Angstattacken konnten deutlich reduziert und weitere Klinikaufenthalte vermieden werden. Die Sozialberatung verhinderte eine Abschiebung der Familie.
Während des Therapieverlaufes wurde der Ehemann sukzessive hinzugezogen. Aufgrund seiner eigenen Kriegstraumatisierung hat er sich später zu einer Einzeltherapie entschlossen. Zur weiteren Unterstützung kamen auch die Kinder in die Therapie.
Der Familienerhalt konnte durch die therapeutischen Interventionen erreicht werden. Mittlerweile lebt die Familie in einer Wohnung und hat eine Aufenthaltsbefugnis.
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