REFUGIO München - Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer
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REFUGIO München - Einzelschicksale
 

Kurdisches Mädchen aus dem Irak in der Kunstwerkstatt

REFUGIO München - Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer
Skizze eines Einzelfalls

Fluchthintergrund

Dana (11) ist das älteste von insgesamt sechs Kindern kurdischer Eltern. Die gesamte Familie wurde aufgrund der Kriegsdienstverweigerung des Vaters verfolgt, so dass sich die Eltern zur Flucht entschlossen. Die Familie musste sich während der Flucht eine Woche lang in einem dunklen Kastenwagen verstecken, in dem sich alle still verhalten mussten. Sie verfügten nur über wenig Nahrung und Wasser.

Ankunft in Deutschland

Seit ihrer Ankunft in München lebt die achtköpfige Familie in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in drei engen Zimmern. Während der ersten Wochen in Deutschland erkrankten beide Eltern schwer. Die Geschwister waren mehrere Monate lang sich selbst überlassen. Dana musste im Alter von 10 Jahren die gesamte Verantwortung für den Haushalt und die jüngeren Geschwister übernehmen.

Situation in der Kunstwerkstattgruppe

Dana nimmt an einer Malgruppe in ihrer Gemeinschaftsunterkunft teil. Sie leidet unter Albträumen und zeigt eine übertriebene Angst vor Mitmenschen - insbesondere Erwachsenen. Die Stimmungen und Reaktionen ihrer Eltern beobachtet sie genau und versucht, sie nicht mit ihren eigenen Problemen zu belasten. Es war sehr schwierig, zu ihr Kontakt und Vertrauen aufzubauen.
In den Bildern, die Dana malte, taucht in unterschiedlichen Variationen immer wieder das Motiv von zwei braunen Hügeln auf. Die Betroffenheit des Kindes war immer spürbar, Worte für ihre Bilder fand sie allerdings nicht - bis sie eines Tages ein besonders detailliertes Bild dieses Motivs malte. Das Bild zeigte neben den zwei braunen Hügeln noch einen blauen Himmel und eine kleine Sonne. Und diesmal teilte Dana ihre Gedanken und Gefühle zu diesem Bild mit.
 
Massengrab
Laut Dana zeigte das Bild ein Massengrab im Irak, in dem Menschen bei lebendigem Leib begraben wurden. Sie weinte, als sie die Geschichte erzählte, die sie dort erlebte und deren Bilder sich in ihren Albträumen immer wieder aufdrängen.
In den folgenden Stunden wurden immer mehr Zusammenhänge und Details ihrer Verfolgungs- und Fluchtgeschichte deutlich. Gegen Ende des ersten Jahres in der Kunstwerkstatt malte Dana ihr erstes buntes Bild voller Hoffnung.
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