REFUGIO München - Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer
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Was ist neu bei REFUGIO München

REFUGIO München - Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer

REFUGIO München präsent auf dem Ökumenischen Kirchentag in München vom 13. - 16. Mai 2010






Viel Prominenz fand sich am Stand von REFUGIO von Christi Himmelfahrt bis zum darauffolgenden Sonntag in den Messehallen in Riem ein.
Neben Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger nutzen auch Heiner Geißler und die Landtags-abgeordneten Isabell Zacharias von der SPD sowie Joachim Unterhändler von der CSU die Gelegenheit, sich über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland auszutauschen und mehr über die Aktivitäten von REFUGIO in München zu erfahren.
Dank der tatkräftigen Unterstützung von vielen ehrenamtlichen Helfern konnte der Stand interessant gestaltet und an alle vier Tage durchgehend besetzt werden.
Während des Kirchentages war auch die szenische Lesung "Aufenthalt BRD" wieder gut besucht. Diese Lesung wurde 2009 anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von REFUGIO München vom ehrenamtlichen Arbeitskreis Zukunft konzipiert und ehrenamtlich von Michael Ott dramaturgisch bearbeitet und moderiert.
In "Aufenthalt BRD" werden anhand von dokumentarischen Texten (therapeutischen Befundberichten, Anhörungs- und Gesprächs-protokollen im Asylverfahren) die Verfolgungs-geschichten von REFUGIO-Klienten dargestellt.
(Sprecherinnen und Sprecher: Mareile Blendl, Sophie Engert, Justin Mühlenhardt und Dirk Ossig)

REFUGIO München ist Mitorganisator der ganzjährigen Kampagne "beHandeln statt verwalten".

Das Motto der ganzjährigen Kampagne der BAFF e.V. (Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer) lautet "beHandeln statt verwalten".
Die BAFF ist ein Zusammenschluss von derzeit 25 Zentren und Initiativen, die sich für die medizinische, psychotherapeutische und psychosoziale Versorgung und Rehabilitation von Opfern von Folter und anderem schweren Menschenrechtsverletzungen einsetzten.
Die Kampagne will die Öffentlichkeit für die gesundheitliche Situation von Flüchtlingen sensibilisieren. Viele Flüchtlinge leben in Deutschland ohne Anspruch auf einen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz. Deshalb sind insbesondere traumatisierte Flüchtlinge auf Behandlungszentren wie REFUGIO angewiesen, weil sie nur hier eine Therapiemöglichkeit und ärztliche Begutachtung erhalten.
Durch eine Unterschriftenaktion will die Kampagne erreichen, dass die medizinische Versorgung von vulnerablen (besonders schutzbedürftigen) Flüchtlingen, wie z.B. Kindern, Älteren und Behinderten sowie Schwangeren und Alleinerziehenden, sichergestellt wird.
Jede Unterschrift zählt! Hier können Sie sich das Aufklärungsblatt zur Kampagne ausdrucken und unterschreiben. Gerne können Sie die Unterschriftenliste bei Ihren Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen in Umlauf bringen. Senden Sie die Unterschriftenliste dann an:
REFUGIO München, Mariahilfplatz 10, 81541 München
Wir danken für Ihre Unterstützung.
Flyer mit Unterschriftsliste

Seit Ende März führt REFUGIO ein neues Teilprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) durch.

Seit September 2009 ist REFUGIO in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in München mit einem Projekt zur Früherkennung vulnerabler Jugendlicher aktiv. Durch dieses Projekt soll festgestellt werden, wie hoch der therapeutische Behandlungsbedarf unter den jugendlichen Flüchtlingen ist, die alleine nach Deutschland kommen und einen Asylantrag stellen. Das diagnostische Vorgehen wurde im Vorfeld mit der Universität München und dem Referat für Gesundheit der Stadt München besprochen. Das einjährige Projekt wird von der Diplom-Psychologin Amelie Hirsch durchgeführt, die zuvor Erfahrungen in der Betreuung dieser Jugendlichen sammeln konnte. Finanziell ermöglich wird dieses Projekt durch die HIT Stiftung.
Ende vergangenen Jahres wurde sehr schnell deutlich, dass der Behandlungsbedarf der Jugendlichen die Erwartungen übertraf: Von 43 durchgeführten Diagnosegesprächen wurde bei 37 Jugendlichen ein Behandlungsbedarf festgestellt. Um nicht nur einen therapeutischen Bedarf zu diagnostizieren, sondern auch eine Sofortmaßnahme zur psychischen Stabilisierung der Jugendlichen anbieten zu können, hat sich REFUGIO intensiv um eine Projekterweiterung bemüht. Die Heidehof Stiftung in Stuttgart hat sehr schnell und unkompliziert auf das Anliegen von REFUGIO reagiert. Seit Ende März 2010 können die Jugendlichen jetzt wöchentlich ein Jahr lang an einem erlebnistherapeutischen Kletterangebot teilnehmen.
Zur Situation unbegleiteter minderjährigen Flüchtlingen vgl. auch z.B. REFUGIO REPORT April 2010, der demnächst erscheint sowie DIE ZEIT, 04.02.2010, S. 15-16, sowie DIE ZEIT, 25.03.2010, S.25.

"Für Dich soll`s rote Rosen regnen"
Ende Februar 2010 verabschiedete sich Dr. Waltraut Wirtgen aus dem REFUGIO-Team

Seit über 15 Jahren hat sich Dr. Waltraut Wirtgen bei REFUGIO München ehrenamtlich engagiert. Bis 2001 arbeitete Sie als Ärztin für Psychotherapeutische Medizin und Psychoanalyse in ihrer eigenen Praxis. Viele Flüchtlinge konnten durch ihren fachlichen Einsatz in Deutschland bleiben - für einige bedeutete dies die Rettung vor dem sicheren Tod bei Rückführung in Ihr Herkunftsland.
Neben der medizinischen Beratung von Klienten setzte sie sich innerhalb der Ärzteschaft insbesondere dafür ein, dass fachliche Standards zur Begutachtung von traumatisierten Flüchtlingen im Aufenthaltsverfahren eingeführt wurden. 2003 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
Mit 76 Jahren reduziert Dr. Waltraut Wirtgen nun ihre ehrenamtliche Arbeit; sie bleibt weiterhin Delegierte der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) im Forum Menschenrechte, dem Netzwerk deutscher Menschrechtsorganisationen. Bei ihrer Abschiedsfeier erhielt sie von allen Teammitglieder symbolisch eine Rose überreicht - ihre Lieblingsblume!

Neu im Team - Seit Februar 2010 verstärkt Dr. Ulrike Augustin das REFUGIO-Team

Als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist sie seit 1999 ärztlich tätig. Für REFUGIO arbeitet sie bereits seit 2006 als Honorarärztin. Nun ist sie im Team als Gutachterin, Psychiaterin und Therapeutin aktiv.
Durch ihr ehrenamtliches Engagement bei Amnesty International kannte sie REFUGIO schon, bevor sie in München lebte.