DIE REFUGIO MÜNCHEN KUNSTWERKSTATT SUCHT EIN ZUHAUSE

Die Kunstwerkstattgruppen für Jugendliche hatten im Seniorenstift St. Josef am Luise-Kiesselbach-Platz schöne Räume, um an einem geschützten Ort Gemeinsamkeit zu erleben. Seit März geht das aufgrund der Pandemie nicht mehr.

Viele der geflüchteten Kinder und Jugendlichen unserer Kunstwerkstattgruppen wurden mit dem Ausbruch der Pandemie stark verängstigt: Szenen wie zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen mit leeren Straßen und Plätzen, Polizisten in Schutzkleidung und scheinbar geplünderten Supermarktregalen erinnerten sie an den Krieg in ihren Heimatländern. Gleichzeitig hat sich die komplette Außenwelt zurückgezogen. Keine Schule, keine Routine, keine sozialen Kontakte.

Bastelpakete gegen die Hilflosigkeit

Um die Kinder und Jugendlichen dennoch zu betreuen und ihnen den bisher schon schwierigen und jetzt erst recht isolierten, tristen Alltag zu erleichtern, hat sich das Team um die Kunstwerkstatt viel einfallen lassen. So haben wir für die Kinder der Gemeinschaftsunterkünfte Bastelpakete verschickt und werden auch weiterhin Kinder versorgen, die in ihren Unterkünften in Quarantäne sind. Ein Zitat der Eltern fanden wir sehr bewegend: „Meine Kinder sind sehr glücklich, wenn eure Päckchen kommen. Sie lächeln und freuen sich über die schöne Aufgabe und sind nicht so verzweifelt und hilflos, wie bei den Schulaufgaben zuhause.“

Für die Jugendlichen, die sonst ihre Gruppenräume im Seniorenstift am Luise-Kiesselbach-Platz hatten, gab es wöchentliche Treffen über Online-Plattformen. Es ist sogar ein gemeinsamer „Lock-Down-Song“ entstanden und die Mädchengruppen haben sich online zum gemeinsamen Tanzen getroffen, jede in ihrem Raum und doch gemeinsam. Auf Dauer ist die Fernbetreuung natürlich nicht ausreichend und ab Mai/Juni konnten wir in den Gemeinschaftsunterkünften nach und nach mit Hygienekonzept wieder starten. Und wie sehnsüchtig wurden die Betreuer*innen dort erwartet, die Kinder sind froh und dankbar für die Zuwendung, die sie so dringend brauchen.

Abschied vom „LuKi“

Schwieriger ist es für die Gruppen, die wir am Luise-Kiesselbach-Platz hatten. Das Seniorenstift kann auf absehbare Zeit seine Räume nicht mehr für die Jugendlichen öffnen. Für die Jugendlichen ist es aber wichtig, die Enge und Isolation in den Unterkünften zeitweise zu verlassen, um auf andere Gedanken zu kommen und soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Deswegen haben wir mit großem Bedauern beschlossen, die Räume am Luise-Kiesselbach-Platz dauerhaft aufzugeben. Das Münchenstift als Vermieter und Siegfried Benker als sein Geschäftsführer kamen uns bei der Auflösung des Mietvertrags sehr entgegen. Dafür danken wir sehr herzlich! Und wir danken dem Münchenstift für viele tolle Jahre, die wir dort kreativ mit den Jugendlichen verbringen durften.

Fotos zum Abschied für die Bewohner*innen des Seniorenstifts am Luise-Kiesselbach-Platz

Zum Abschied von den Bewohner*innen aus dem liebevoll LuKi genannten Seniorenstift gab es nochmal eine wunderschöne Kooperation mit dem Haus St. Josef. Die Fotogruppe organisierte ein Foto-Shooting: Die Angehörigen und die Bewohner*innen konnten im Rahmen eines Hygienekonzeptes gemeinsame Portraits machen und bekamen die Bilder direkt ausgedruckt. Für die Senior*innen, die ebenfalls sehr unter der pandemiebedingten Isolation zu leiden hatten, war das eine schöne Aktion, die ihnen ihre Familien etwas näherbringen konnte. Außerdem haben die Teilnehmer*innen des Fotoworkshops den Senior*innen selbstgemachte Postkarten mit handgeschriebenen und selbst fotografierten Frühlingsgrüßen geschickt.

Musik braucht Raum und dafür sucht die Kunstwerkstatt ein neues Zuhause

Die Kunstwerkstatt sucht ein neues Zuhause für die Gruppen der Jugendlichen
Jetzt braucht unsere Refugio München Kunstwerkstatt dringend neue Räume für die kreative Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen (Musik, Fotografie, Kunst). Wir benötigen möglichst langfristig 3-
5 Räume, sind sehr flexibel und für alle Optionen offen.

Unsere Wünsche und Anforderungen an neue Räumlichkeiten, um dort Gruppenangebote für Fotografie, Kunst, Musik in Kleingruppen durchzuführen, sind:

  • Benötigte Räume: 1 Gruppenraum, 1 Büro, 1 kleiner Raum, 1 Lagerraum, 1 Küche/Kochecke, 1 WC
  • Ausstattung: Küche / Kochecke, Wasser, Strom, Heizung, WC
  • Mietdauer: Ab sofort, mindestens 2 Jahre
  • Lage: Innerhalb des mittleren Rings, gute Erreichbarkeit / Anbindung an ÖPNV
  • Größe: 100 – 200 Quadratmeter
  • Kosten: Maximal 1.800€ monatlich

Wer weitere Informationen benötigt oder uns bei der Suche helfen kann, vielleicht sogar Räume weiß, wendet sich bitte an:
Verena Wilkesmann
Refugio München – Leitung der Kunstwerkstatt
Tel. 0176/20776407
verena.wilkesmann@refugio-muenchen.de