Bericht der Geschäftsführung
Jahresbericht 2025
Diese Überschrift hatten wir bereits im Jahresbericht 2024 geschrieben und sie gilt genauso im Jahr 2025.
Der Bedarf nach unserer Unterstützung bleibt gleichbleibend hoch. Aber gleichzeitig wird das Klima in der Asylpolitik und dem Reden darüber immer rauer. Das merken unsere Klient*innen, die mehr Druck ausgesetzt sind. Das merken ebenso unsere Mitarbeitenden, die oft viel Hoffnungslosigkeit mit den Klient*innen aushalten. Wir konnten vielen Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern helfen, Hoffnung geben und Gutes bewirken. Und so galt in 2025 der Satz, den wir bereits für 2024 geschrieben hatten: Wir halten Kurs, auch wenn der Sturm manchmal gewaltige Wellen schlägt.
Politisch haben sich die Fronten in der Asylpolitik leider weiter verhärtet. Als „gute Nachricht“ gilt gemeinhin, wenn die Asylbewerberzahlen sinken. Dass die Menschen dann einfach vor den Toren Europas in Camps oder ärmeren Ländern ihr Dasein in Elend fristen, ist aus den Augen und dem Sinn. Weltweit sind die Flüchtlingszahlen mit rund 117 Millionen Menschen ungebrochen. Und selbst wenn die Zahl von Asylsuchenden in Deutschland sinkt, bei Refugio München ist die Nachfrage nach Hilfe nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau, sodass wir viele Anfragen nach Therapie leider weiter mangels Kapazitäten ablehnen müssen.
In 2025 haben wir deswegen unser neues Behandlungszentrum in Augsburg eröffnet. Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir auch in schwierigen Zeiten zu den Geflüchteten gehen und neben München und Landshut nun in einer dritten Stadt Bayerns traumatisierte Geflüchtete in einem eigenen Zentrum unterstützen.
Wir konnten die Förderung des MHCU (Mental Health Center Ukraine) durch das Gesundheitsreferat München in 2025 erfreulicherweise verstetigen, allerdings wurde die Fördersumme deutlich reduziert. Deswegen gaben wir Ende 2024 die eigenen Räume des MHCU in der Franziskanerstraße in München auf und integrierten dieses Angebot ins Behandlungszentrum in der Rosenheimer Straße. Dieser räumliche Wechsel ging einher mit einer konzeptionellen Veränderung des MHCU, sodass wir keine First-Aid-Angebote für neu angekommene Ukrainer*innen mehr anboten, sondern der steigenden Nachfrage nach Psychotherapie und sozialpsychiatrischer Begleitung entsprachen.
Da wir nun alle Räume in der Rosnheimer Straße für die Behandlung brauchten, konnten wir für Geschäftsführung, Verwaltung, Elterntraining und Fortbildung erfreulicherweise ab Mai 2025 neue Räume am Ostbahnhof anmieten. Der neue Vermieter hatte sich an uns gewandt und uns die Räume aktiv angeboten. Wir sind sehr dankbar für diese neuen Räume.
Wir konnten die Angebote von Kunstwerkstatt, Elterntraining, der Früherkennung besonders Schutzbedürftiger in der Erstaufnahme, der ärztlichen Arbeit und Begutachtung, der Asylverfahrensberatung und der ehrenamtlichen Begleitung in 2025 stabil aufrechterhalten. Die Fortbildungen waren sehr stark gebucht und in der Forschung konnten wir neue Publikationen herausgeben.
In Bayern gibt es neben Refugio München noch ein Behandlungszentrum in Nürnberg von den Rummelsbergern und eines in Neu-Ulm von der Diakonie. Uns eint die Überzeugung und Fachlichkeit, dass eine erfolgreiche Behandlung von traumatisierten Geflüchteten immer im Dreiklang von Psychotherapie, sozialer Beratung und Unterstützung im Asylverfahren durch fachliche Stellungnahmen besteht. Deswegen haben wir uns in 2025 zur Landesarbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Geflüchtete in Bayern zusammengeschlossen und treten so auch gemeinsam in Gesprächen mit Verantwortlichen in der Politik auf. Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass Geflüchtete die psychosoziale und -therapeutische Hilfe erhalten, die dringend nötig ist.
Ein besonderer Dank geht an alle Menschen, die uns unentgeltlich in ihrer Freizeit unterstützen: als Vorständ*innen in unserem Trägerverein oder im Förderverein Refugio München. Bei Projekten zum Spendensammeln und natürlich der ehrenamtlichen Begleitung von Klient*innen in unserem Welcome-Projekt. Dieses ehrenamtliche Engagement zeigt, dass wir und unsere Arbeit in der Mitte der Gesellschaft verankert sind.
Ebenso danken wir allen Spender*innen, Stiftungen und Zuschussgebern! Wir erhalten von vielen neben finanzieller Unterstützung auch wertvolle ermutigende Worte. Es ist für uns eine Freude und Verpflichtung zugleich, von so vielen Menschen diesen Zuspruch zu erhalten.
Und schließlich danken wir auch allen Angestellten und Honorarkräften, die mit viel Engagement, Fachlichkeit und Geduld an der Seite unserer Klient*innen stehen. Es ist uns eine Ehre, für unsere Mitarbeitenden da zu sein und einen Raum zu schaffen, in dem Gutes entstehen kann. 2.809 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in 2025 direkt davon profitiert.
Danke für Ihre Unterstützung und Ihre Verbundenheit! Wir halten Kurs!


Annette Hartmann und Jürgen Soyer, Geschäftsführung Refugio München
