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Früherkennung – Stabilisierung – Behandlung

Ein umfassendes Konzept zur psychischen Gesundheit für besonders schutzbedürftige Drittstaatsangehörige in der Metropolregion München (inkl. Landshut und Augsburg) und dem Ankerzentrum Geldersheim/Unterfranken.

Das Projekt umfasst vier Projektmaßnahmen:

1. Früherkennung besonders vulnerabler Geflüchteter und Weitergabe ihrer besonderen Bedarfe an die Regierungen und das BAMF

Die Früherkennung findet statt in Erstaufnahmeeinrichtungen in München (zuständig für Oberbayern) und im Ankerzentrum Geldersheim (zuständig für Unterfranken). Die Projektmaßnahme umfasst: die systematische, frühzeitige und verlässliche Identifizierung neu in Deutschland ankommender vulnerabler Drittstaatsangehöriger im Sinne der EU-Aufnahmerichtlinie und hier im Speziellen Personen mit psychischen Störungen, Opfer von Menschenhandel, Folter, Vergewaltigung oder sonstiger Formen psychischer, physischer oder sexualisierter Gewalt, LGBTIQ*-Personen und weibliche Drittstaatsangehörige, die Opfer von Beschneidungen (FGM/C) sind. Nach der Identifizierung werden Hinweise über besondere Bedarfe an die jeweilige Bezirksregierung und für die Anhörung an das BAMF weitergegeben, damit die besonderen Bedarfe der Zielgruppe in Unterbringung, Versorgung und Asylverfahren berücksichtigt werden können.

2. Psychische Erststabilisierung von psychisch Erkrankten in der Aufnahmeeinrichtung und Weitervermittlung an Fachstellen

Nachdem Drittstaatsangehörige sich im Gespräch geöffnet haben und ein detailliertes Screening auf Vulnerabilität möglich war, ist es wichtig, erste niederschwellige Hilfestellungen zur Stabilisierung zu geben. Darüber hinaus erfolgen im weiteren Verlauf der Betreuung die Ressourcenstärkung und die Aufklärung über die eigenen Rechte und Möglichkeiten in Krisensituationen. Ergänzend werden besondere Angebote geschaffen im Bereich Gewaltschutz und Empowerment, damit sich Drittstaatsangehörige selbst vor Gewalt schützen können und sie über ihre Rechte und passende Hilfsangebote aufgeklärt sind. Außerdem werden die Personen bei Bedarf und nach Möglichkeit an Fachstellen angebunden, damit sie auch weiter für ihre besonderen Bedarfe Hilfe finden. In Geldersheim wird ein Modul eines Elterntrainings angeboten, um besondere erste Bedarfe zu decken.

3. Behandlung psychisch Erkrankter in Folgeunterbringung

Dieses Projektziel wird in der Metropolregion München (München, Landshut, Augsburg) verfolgt. Ziel ist die weitere Umsetzung des SteppedCare-Ansatzes, um die psychosoziale Versorgung auch früh identifizierter Vulnerabler zu verbessern. Die Projektmaßnahme 3 hat als Zielgruppe sowohl neu angekommene Drittstaatsangehörige als auch bereits länger hier lebende Drittstaatsangehörige, die aber keinen Zugang zur Regelversorgung finden. Das Ziel ist der Erhalt oder die Wiedererlangung der psychischen Gesundheit dieser Personen verbunden mit einer sozialen Stabilisierung.
Bereits zu Beginn des Projekts werden Behandlungskapazitäten für Kinder, Jugendliche und unbegleitet Minderjährige geschaffen. Ab 01.01.2026 wird auch Behandlung für Erwachsene angeboten. Wir wenden das erprobte SteppedCare-Modell aus dem SteppedCare 2.0 an, in dem wir stufenweise Erstberatung und Vermittlung, Angebote in Gruppen und dann in Einzeltherapie machen. In der Einzelbehandlung findet eine interdisziplinäre Behandlung statt: die Menschen erhalten Psychotherapie und soziale Beratung.

4. Gewinnung fundierter Erkenntnisse über die psychosozialen Bedarfe und Diskriminierungserfahrungen von Projektteilnehmenden, Entwicklung gezielter Interventions- und Behandlungskonzepte, Fortbildung über Ergebnisse

Gewinnung fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse über die psychosozialen Bedarfe und Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit Fluchterfahrungen zur Entwicklung gezielter Interventions- und Behandlungskonzepte, die ihre psychische Gesundheit und Teilhabe fördern. Verbreitung des Wissens und Fortbildung dazu.