Suli Kurban im Interview

Suli Kurban ist eine ehemalige Teilnehmerin der Refugio Kunstwerkstatt. Heute leitet sie selbst Mädchengruppen und ist als Regisseurin erfolgreich.

„Ich versuche, meine eigenen Erfahrungen an die Mädels weiterzugeben.“

 

Wie hast Du Refugio München kennengelernt?

Meine erste Begegnung mit Refugio war 1999, als meine Familie und ich gerade in Deutschland angekommen sind. Ich war damals 11. Refugio hat bei uns in der Unterkunft in Fürstenried die Kunsttherapie angeboten.  Als Kinder haben wir gar nicht verstanden, was Kunsttherapie bedeutet. Für uns waren das einfach Frauen, die vorbeikamen, um mit uns zu malen. Und das war sehr, sehr schön. Insgesamt sechs Jahre war ich in einem Asylbewerberheim und die ganz Zeit über habe ich an der Kunstwerkstatt teilgenommen.

Was hat die Kunstwerkstatt damals für Dich bedeutet?

Die Unterkunft lag abseits von München. Ein trister Ort und für Kinder gab es da ziemlich wenig zu tun. Stell Dir vor, an so einem Ort kommen nette Frauen mit Malsachen vorbei und beschäftigen sich mit Dir! Sie haben es geschafft, dass wir für ein paar Stunden unseren Alltag vergessen. Das war einfach großartig für uns!

Wie konnte Refugio Dir konkret helfen?

Ich hatte eine ganz tolle Mentorin. Sie hieß Anna Jutta Pietsch-Moritz. Sie war Ehrenamtliche in der Kunstwerkstatt und hat mich stark gefördert. Diese Frau ist für mich quasi zu einer Ersatzmutter geworden. Die Ausflüge und die vielen Begegnungen durch die Arbeit von Refugio bedeuten mir sehr viel und haben mein Leben bereichert. Ich konnte so meinen Horizont erweitern. Und ich bin total froh, heute selbst ein Teil des Teams zu sein!

Wie engagierst Du Dich heute bei Refugio?

Seit 2014 betreue ich eine Mädchengruppen in der Kunstwerkstatt. Ich versuche, meine eigenen Erfahrungen an Mädchen und junge Frauen weiterzugeben. Wir organisieren viele Ausflüge mit den Mädels, so wie man es damals mit uns gemacht hat. Dabei unterhalten wir uns über Gott und die Welt. Ich unterstütze bei Problemen in der Schule, im Alltag und allem was sonst so anfällt. Einige Mädels haben gar kein Deutsch gesprochen, als sie zu uns gekommen sind. Und jetzt, nach vier Jahren, können sie super Deutsch und machen eine Ausbildung. Diese Arbeit gibt mir selbst wahnsinnig viel zurück.

Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mädels, weil ich sehe, dass alle irgendwie ihren Platz finden und es macht Spaß, sie auf diesem Weg zu unterstützen.

 

Suli Kurban, begleitet Mädchen der Refugio Kunstwerkstatt auf ihrem Weg in die Zukunft

 

Kannst Du die Mädchen beschreiben, die Du in den Gruppen betreust?

Das sind Mädels aus Kurdistan, aus Syrien oder anderen Ländern, die als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Die meisten sind zwischen 17 und 22. Manche gehen noch in die Schule oder die Berufsschule. Manche machen ihren Abschluss und stehen kurz vor der Ausbildung. Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mädels, weil ich sehe, dass alle irgendwie ihren Platz finden und es macht Spaß, sie auf diesem Weg zu unterstützen.

Was sind die größten Herausforderungen?

Die Mädchen sind in den Unterkünften sehr isoliert. So wie ich damals. Sie haben kaum Kontakte zu Menschen von hier.  Die Mädels freuen sich, wenn wir sie aus den Unterkünften rausholen und etwas ganz Normales machen. Sei es, auf der Wiese liegen und Picknicken, uns gemeinsam die Nägel machen. Das ist so wertvoll für sie, weil sie sagen: Hey Suli, ich bin so froh, wenn wir uns sehen, weil ich für einen Moment meinen Alltag vergessen kann und mit Dir Deutsch sprechen kann.

Was sehen die Mädchen in Dir?

Das ist natürlich für mich schwer zu sagen. Aber sie sind immer fasziniert zu sehen, dass ich einmal Teilnehmerin von Refugio war und jetzt diese Arbeit mache als Filmemacherin in Deutschland. Sie sind sehr interessiert und supporten mich. Sie fragen mich: Wie hast Du so gut Deutsch gelernt? Ich glaube, es ist schön, Vorbilder und Inspirationsquellen zu haben. Daraus kann man Kraft schöpfen.

Warum sollte man Refugio unterstützen?

Man kann an meiner Biografie ganz gut sehen, was die Arbeit von Refugio München bewirkt. Damals war ich Teilnehmerin der Kunstwerkstatt und gebe heute meine Erfahrungen weiter. Refugio bietet genau den Menschen Hilfe, die diese brauchen. Damit das so bleibt, sind wir auf die Spenden möglichst vieler Menschen angewiesen.

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Refugio München bietet genau den Menschen Hilfe, die sie brauchen.

Suli Kurban ist eine ehemalige Teilnehmerin der Refugio Kunstwerkstatt. Heute leitet sie selbst Mädchengruppen und ist als Regisseurin erfolgreich. Sie erzählt von ihrer eigenen Zeit in der Kunstwerkstatt und warum sie Refugio München heute noch unterstützt.

Video mit Suli Kurban

„Man kann an meiner Biografie gut sehen, was die Arbeit von Refugio München bewirkt. Refugio München bietet genau den Menschen Hilfe, die sie brauchen.“

Ein Herzensprojekt

Suli Kurban hatte Hilfe auf ihrem Weg in eine erfolgreiche Zukunft und diese Hilfe gibt sie jetzt weiter.