Mental Health Center Ukraine*

*für alle aufgrund des Krieges in der Ukraine Geflüchteten

Das neue Mental Health Center Ukraine* (MHCU) bietet seit Mai 2022 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die aufgrund des Krieges in der Ukraine geflohen sind, psychosoziale Erste Hilfe.

Zu den Angeboten zählen psychologische Angebote, wie Krisengespräche, Stabilisierungs- und Psychoedukationsgruppen, psychosoziale und psychoedukative Erstversorgung und kunstpädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche. Damit sollen akute psychische Symptomatiken aufgefangen, sowie psychische Erkrankungen und insbesondere deren Chronifizierung verhindert werden.

Das MHCU ist ausdrücklich offen für alle Menschen, die aufgrund des Krieges in der Ukraine fliehen mussten, bzw. die bei Kriegsbeginn in der Ukraine gelebt haben, das heißt auch Drittstaatsangehörige, ausländische Student*innen und Geflüchtete. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt zudem den besonders vulnerablen LGBTIQ*-Geflüchteten, Rom*nija, der Gruppe der BIPoC (Black, Indigenous, People of Color) sowie Menschen mit Behinderung.

  • Stabilisierung:
    Mit stark belasteten Personen soll maßgeblich nach dem BELLA-Konzept für Krisenintervention nach Hockel (2013) gearbeitet werden, das vor allem das Wiedererlangen der eigenen Handlungsfähigkeit und des Gefühls eigener Sicherheit zum Ziel hat. (BELLA = Beziehung aufbauen – Erfassen der Situation – Linderung der Symptome – Leute einbeziehen – Ansatz zur Problembewältigung).
  • Gruppen zur Psychoedukation:
    In Gruppen können mehreren Menschen in kurzer Zeit Informationen zum Verständnis und zur psychischen Bewältigung ihrer Situation gegeben werden und die Teilnehmenden können sich gegenseitig unterstützen. Die Gruppe ermöglicht außerdem, das eigene Leiden nicht als individuelle Schwäche anzusehen, sondern als „normale“ Reaktion auf außerordentliche Erfahrungen.
  • Verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppenkonzepte:
    Die Gruppenkonzepte STARK und STARS konzentrieren sich auf die häufigen Probleme von Emotionsregulation und Schlafstörungen. Beide Konzepte sollen im Mental Health Center eingesetzt werden. Beide Konzepte sollen im Mental Health Center eingesetzt werden. Sie können Anwendung finden, ohne dass psychotherapeutisch auf traumatische Erlebnisse eingegangen werden muss und sind vor allem für Menschen geeignet, denen eine Auseinandersetzung mit ihren schweren Erlebnissen noch zu bedrängend ist.
  • Psychotherapeutische Interventionen im Einzel- und Gruppensetting:
    Wenn die psychische Symptomatik sehr beeinträchtigend bleibt, bietet das MHCU psychotherapeutische Interventionen zur Stabilisierung im Einzel- und Gruppensetting an für besonders schwer traumatisierte Personen, die schon unter einer massiven Symptomatik leiden.
  • Fachärztliche Abklärung:
    In Fällen, in denen eine manifeste psychische Störung anzunehmen ist, wird eine fachärztliche Diagnostik und Vermittlung in eine kontinuierliche Behandlung erfolgen.

 

Da die Anzahl von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in der Zielgruppe sehr hoch ist, gibt es eigene Angebote für Kinder und Jugendliche. Auch der Bedarf der Eltern an Unterstützung und ihrer Be- und Erziehungsfähigkeit in der sehr belasteten Situation ist groß. Dazu werden bereits bestehende Angebote von Refugio München in die Arbeit des Mental Health Center Ukraine* integriert:

Muttersprachliches Elterntraining
Im muttersprachlichen Elterntraining werden vor allem traumatisierte Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit unterstützt und gestärkt. Für aus der Ukraine geflüchtete Eltern werden Gruppentrainings und individuelle Trainings in Muttersprache angeboten. Dabei werden Eltern angeleitet, wie sie mit ihren Kindern in einem solchen Leid gut umgehen können, damit die Kinder selbst ihre Notsituation zum Ausdruck bringen können und dürfen.

Refugio Kunstwerkstatt für Kinder und Jugendliche:
Die Kinder und Jugendlichen werden durch die kunstpädagogische Arbeit gestärkt und erhalten Ausdrucksmittel für ihre Nöte und Hoffnungen, die sie (noch) nicht aussprechen können. Es gibt Gruppen für Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in eigenen Räumen und vor Ort in den Unterkünften.

Für die psychosoziale Behandlung und Beratung im MHCU stehen eine Pädagogin als Leitung des Zentrums, ein Kinder- und Jugendlichenpsychiater als therapeutische Leitung, ukrainisch- und russischsprachige Psycholog*innen, ein*e Sozialpädagog*in und Peer-Berater*innen bereit. Unterstützt werden sie durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bestehenden Beratungs- und Behandlungszentrums, der Refugio Kunstwerkstatt und des Refugio Elterntrainings. Außerdem wird das MHCU durch die Forschungsabteilung von Refugio München wissenschaftlich begleitet.

Maßgeblich finanziert wird das MHCU vom Gesundheitsreferat der Stadt München und der Aktion Deutschland Hilft in Verbindung mit dem Paritätischen. Das muttersprachliche Elterntraining und die Refugio Kunstwerkstatt werden durch das Stadtjugendamt der Stadt München gefördert. Die Kunst-Gruppen für ukrainische Kinder werden außerdem durch die Kinder- und Jugendstiftung der Stadtsparkasse München, die Tribute to Bambi Stiftung, die Münchner Wiesnstiftung, die Paul Nikolai Ehlers Stiftung und Spenden finanziert.

Wenn Sie weitere Informationen zur psychosozialen Unterstützung von Geflüchteten aus der Ukraine benötigen oder einen Termin vereinbaren möchten, wenden Sie sich bitte an das MHCU per E-Mail mhcu@refugio-muenchen.de
oder telefonisch Montag 14-16 Uhr unter Telefon: 089 / 98 29 57 45
Wir bitten um eine Terminvereinbarung per E-Mail oder Telefon, es gibt keine offene Sprechstunde.
Sie finden das MHCU in der Franziskanerstr. 14, 81669 München
Postadresse: Refugio München – MHCU, Rosenheimer Str. 38, 81669 München