Online-Fortbildung: 1+1=3: Intersektionale Perspektiven für die Soziale Arbeit mit Geflüchteten – Theoretischer Hintergrund und praktische Anwendungsbeispiele

Datum/Zeit
04/03/2021
9:00 - 16:30 Uhr

Veranstaltungsort:



Die Teilnahme ist von jedem beliebigen Ort (Home-Office oder Büro) möglich. Benötigt werden dafür ein Laptop/PC mit Internetzugang und ggf. Headset. Kamera und Mikrofon des Laptops sind ausreichend.

Sie bekommen einen Tag vor der Veranstaltung eine E-Mail mit dem Einladungslink zur Online-Fortbildung.

Das Konzept der Intersektionalität wurde über viele Jahrzehnte vor allem von afroamerikanischen Aktivistinnen* und Intellektuellen* entwickelt. In den 1980er Jahren gelang es der Juraprofessorin* Kimberlé Crenshaw anhand von Gerichtsakten intersektionale Benachteiligungen und Ausschlüsse empirisch nachzuweisen, womit sie endgültig den wissenschaftlichen Grundstein für intersektionale Perspektiven legte. Seither werden intersektionale Perspektiven in vielen Disziplinen und Professionen erprobt und eingesetzt, so auch in der Sozialen Arbeit.

Intersektionalität kann als ein hilfreiches Instrument genützt werden, um die Überschneidungen von Mechanismen sozialer Ungleichheit und Diskriminierung sowie deren Wechselwirkungen sichtbar und beschreibbar zu machen. Eine der vielen Stärken von Intersektionalität ist dabei die gleichzeitige Berücksichtigung der Einzelfall- sowie der gesellschaftlichen Makroebene, wodurch  Fragen nach Hierarchien und Macht aufgeworfen werden. Intersektionale Ansätze hinterfragen soziale Konstruktionen setzen sich dafür ein, dass alle Menschen die gleichen Teilhabechancen erhalten. Dabei kommen sie ohne ein starres Raster aus und lassen sich je nach Fragestellung individuell anpassen.

Intersektionale Perspektiven werden als wertvoller Beitrag zu einem differenzierten Fallverstehen und zur Reflexion der professionellen Beziehung zwischen Sozialpädagog*innen und Klient*innen bewertet. Intersektionale Methoden machen Mehrfachidentitäten beschreibbar und ermöglichen einen Perspektivenwechsel, der gerade bei sehr komplexen Fallkonstellationen gewinnbringend sein kann.

In dieser Fortbildung wird sowohl der theoretische und zeitgeschichtliche Hintergrund des Konzepts von Intersektionalität vermittelt, als auch Ideen und Methoden für die praktische Anwendung.

Ihr Profit:

  • Reflexion des eigenen Bewusstseins für verschiedene Diskriminierungsformen und des Einflusses sozialer Ungleichheit, auch zwischen Fachkraft und Klient*in, auf soziale Problemlagen
  • Erhöhung des Verständnisses von Wechselwirkungen zwischen der Einzelfall- und Gesellschaftsebene
  • Praktische Anwendungsbeispiele des Konzepts von Intersektionalität z.B. durch Anregungen für eine intersektional orientierte kollegiale Fallbesprechung für hochkomplexe Fälle

Zielgruppe: Psychosoziale Fachkräfte (Sozialpädagog*innen im Asylsozialdienst, im Bereich der Jugendhilfe, in der Schulsozialarbeit oder in Beratungsstellen, Erzieher*innen und Kinderkrankenpfleger*innen)

Referentin: Julia Cholewa, Dipl.-Sozialpädagogin (FH)/Soziologin (B.A.)

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